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Psi-Mitteilung

Ausgabe: Wendezeit Nr. 5 - September/Oktober 2011
Datum: 01.09.2011
Psi-Mitteilung: Nr. 62, Artikel 1

Parapsychologie – ein neues Paradigma

Ist Parapsychologie überholt, ein alter Zopf oder einfach etwas, was über die Norm hinausführt? Was entspricht der Norm? Wer definiert die Norm? Ist es die Volksmeinung, weil sie als grosse Mehrheit eine Meinung vertritt? Entspricht ihre Meinung der Wahrheit? Gehören somit Geistheilen, Medialität, Telepathie, Aura sehen in das Reich der Fantasie, oder der krankhaften Halluzinationen? Oder brauchen wir einen Paradigmawechsel?

Was ist ein Paradigma?
Die Naturwissenschaft definiert das irdische, biologische und somit materielle Leben. Sie hat studiert, gelernt und erforscht. Das Resultat ihrer Bemühungen ist eine gesellschaftlich akzeptierte Lehrmeinung, welche zur Volksmeinung wurde und diese bezeichnet man als «Paradigma». Ein Paradigma kann nicht der absoluten Wahrheit entsprechen, da Wahrheit subjektiv ist und Paradigmen nur für eine gewisse Epoche gültig sind. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass Paradigmen komplett falsch oder gar Lügen sind, sie unterliegen lediglich dem Gesetz der steten Wandlung, da sie sich naturgemäss mit einem Teilausdruck des Lebens befassen. Paradigmen waren bisher immer unvollständig und wurden durch den Lauf der Zeit immer wieder revidiert. Derzeitige Naturwissenschaft vertritt das Interesse der Mehrheit der aktuellen Weltbevölkerung. Ihre Lehrmeinung ist das akut herrschende Paradigma, nach welchem der Mensch ein biologisch erklärbares Lebewesen ist. Sein materieller Körper steuert seine Lebensfunktionen und die Psyche, wenn der Körper stirbt existiert der Mensch nicht mehr. Der Mensch hat keine Seele und Bewusstsein wird vom Körper erzeugt. Schätzungsweise sind ungefähr 80 Prozent der Menschheit mit dieser Lehrmeinung einverstanden und zufrieden. Bloss ungefähr 20 Prozent der Menschen erleben eine andere, nichtmaterielle Wirklichkeit, ihre Zahl nimmt allerdings seit den letzten zwanzig Jahren drastisch und rasant zu. Da sie Wahrnehmungen erfahren, die für die Mehrheit der Menschen nicht fassbare sind, werden sie ausgegrenzt, weil sie nicht in die Norm passen. Ihre Wahrnehmungen werden nicht als wahr erkannt, sondern als krankhafte Störungen behandelt. Sind diese Menschen wirklich alle krank? Sind es alles Spinner, Scharlatane Esoteriker? Wurden solche Menschen deshalb zu Recht im Mittelalter verbrannt? Sicher wird kein vernünftiger Mensch diese Frage mit «ja» beantworten, trotzdem werden Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten immer noch ausgegrenzt oder lächerlich gemacht.

Umfasst ein Paradigma die ganze Wirklichkeit?
Die Verfechter des derzeitig herrschenden naturwissenschaftlichen Paradigmas sind in der Regel der Ansicht, ihre Lehrmeinung umfasse die ganze Welt und das gesamte Universum, sie wehren sich gegen geistige Paradigmen. Sie erkennen nicht, dass ihre Meinung unvollständig ist, weil sie nur einen Teil oder einen Sektor aller Erscheinungsformen des Lebens umfasst. Sie verhalten sich somit wie «Sekten»; in deren Wesen es liegt nur einen Sektor vom Ganzen zu erfassen. Da es unzählige Sektoren gibt, gibt es naturgemäss ebenso viele Sekten. Der andere, geistige Ausdruck des Lebens wird von Geistlichen und Kirchen erforscht und auch sie vertreten Lehrmeinungen, aber andere, oft gegensätzliche zu der Naturwissenschaft. Auch sie verhalten sich oft wie Sekten und wehren sich ihrerseits gegen die naturwissenschaftliche Lehrmeinung. Beide Seiten erkennen nur eine Hälfte des Ganzen und sind somit in der Dualität gefangen. Sie sind wie zwei Seiten einer Medaille. Da die Menschheit heute über das Wissen der beiden Seiten der Medaille verfügt, ist sie jetzt fähig die Medaille zu erkennen, das heisst sie kann die Dualität überwinden. Dualität überwinden bedeutet, beide Seiten in ein ganzheitliches Weltbild zu integrieren, keineswegs eine Seite zu vernichten.

Geschieht Evolution nur in der Materie oder umfasst sie auch das Bewusstsein?
Eine der Stärken der Naturwissenschaft ist die Erklärung und die Lehre der Evolution. Viele medizinische Erkenntnisse gründen auf dieser Lehre und haben den Menschen ein wunderbares Gesundheitssystem und die lebensrettende, naturwissenschaftliche Spitzenmedizin gebracht. Dank ihr erleichtern uns viele technische Geräte den Alltag und Menschen können fliegen, vereinzelt gar bis zum Mond. Die Naturwissenschaft kann so fantastische Resultate vorweisen, dass sie eine grosse Akzeptanz in der Bevölkerung hat. Ihrem Wesen gemäss ist die Naturwissenschaft trotzdem lückenhaft. Sie lässt mehrheitlich die Evolution des Bewusstseins ausser Acht. Durch ihre einseitige Ausrichtung ist sie nicht in der Lage die Existenz des geistigen Lebens und der Seele zu erkennen und negiert sie somit. Die Geisteswissenschaften erforschen zwar die energetische Welt, sind aber auch im Paradigma der Naturwissenschaft gefangen. Nichtwissenschaftliche, geistige, esoterische, parapsychologische Forscher ziehen zwar die Kreise weiter, verlassen jedoch selten das herrschende Paradigma. Die formerfüllte Welt der aussersinnlichen Wahrnehmungen untersteht dem Paradigma der Dualität. In der Regel gesteht sie dem Menschen eine Seele zu, und anerkennt, dass der Mensch durch seine Denkkraft schöpferisch wirken kann. Solange sie jedoch im Glauben der Individualisierung bleibt, die geistige Kraft im Aussen, in fassbaren geistigen Phänomenen sucht ist sie ebenso im Paradigma der Dualität gefangen. Sie vertritt lediglich den Gegenpol zur Naturwissenschaft. Sie anerkennt den Menschen als geistiges Wesen, bekämpft jedoch die Wissenschaft. Oft negiert sie dadurch die materielle Evolution und viele wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse. Gut und Bös, Licht und Schatten, Materie und Geist bekämpfen einander, weil sie im Paradigma der Dualität gefangen sind. Diese Patt-Situation versklavt die Mehrheit der Menschen fast unbemerkt in der Dualität. Durch die beiden Gegenpole, welche so unterschiedlich erscheinen, vermeint der Mensch eine Wahlfreiheit zu haben. Durch die Geburt in der Materie geniesst die Materie naturgemäss eine absolute Vormachtstellung und drängt die geistige Seite in den Hintergrund. Der Mensch lernt durch das behütete Heranwachsen in der Gesellschaft das materielle Paradigma kennen, automatisch lernt er seinen biologischen Körper, seine materielle Persönlichkeit und seine Individualität zu erkennen. Später wendet er sich vielleicht auch der geistigen Welt zu, aber diese Bewusstseinsöffnung passiert selten automatisch, sie kann spontan in Lebenskrisen geschehen, oder er muss sich darum bemühen. Solange es sich um ein «entweder - oder» handelt ist der Mensch gefangen in der Dualität. Der Mensch muss dadurch innerhalb der Dualität wählen. Diese Wahl verunsichert ihn stark, denn sie kann eigentlich gar nicht getroffen werden, weil der Mensch naturgemäss ein ganzheitliches Wesen ist und nur Paradigmen ihm vorgaukeln er müsse wählen. Dieser Wahlzwang führt zu absurden Ansichten. Vertreter des geistigen Paradigmas vertreten beispielsweise die Meinung der Mensch könne seine Ganzheitlichkeit nur erlangen, indem er der Materie entsage. Ganze Horden von Weltuntergangs- Propheten verkünden deshalb seit einiger Zeit die Vernichtung der Materie und des materiellen Lebens in allerlei möglichen und unmöglichen Szenarien. Auf der geistigen Seite haben zahlreiche religiöse, zum Teil fanatische Sekten einen Mitgliederzuwachs wie noch nie. Einige sind so materieverachtend eingestellt, dass sie ihre Kinder nicht mehr in eine ordentliche Schule schicken und ihnen ihr fundamentales Recht auf Bildung entziehen. Sie sind mit dem materiellen Paradigma nicht einverstanden, merken jedoch nicht, dass sie sich bloss in einen Gegenpol flüchten statt sich in die Ganzheitlichkeit zu bewegen.

Sind Parapsychologen der Ganzheit näher?
Es gibt Ansätze der neuesten Wissenschaften, der Quantenphysik, welche das herrschende Paradigma überwinden und erkennen, dass Materie aus dem Geist geboren ist und ein bewusster Schöpfungsvorgang im Kosmos stattgefunden haben muss, da es eine Kraft gibt, welche den ganzen Kosmos zusammenhält. Und diese Kraft ist nach Ansicht einiger moderner Forscher «zwingend intelligent». Parapsychologen sind durch ihre paranormalen Fähigkeiten fähig nichtmaterielle Existenzen wahr zu nehmen. Diese Fähigkeit kann beim Überwinden der Dualität hilfreich sein, aber nicht zwingend. Um die Dualität zu überwinden, braucht es Bewusstseinserweiterung und diese geschieht nur zu einem evolutionsbedingten, kollektiven Teil automatisch. Jedes menschliche Wesen hat die freie Wahl, wie weit es diesem Wandel folgen will. Die Individualisierung des erweiterten Bewusstseins passiert nicht automatisch, weil der Mensch im geistigen Bereich über einen freien Willen verfügt, und dieses menschliche, geistige Grundrecht nicht verletzt werden darf. Im energetischen Bereich passiert in unserem Kosmos zurzeit eine ungeheure Bewusstseinserhöhung. Diese Energieveränderung ist für die meisten Menschen spürbar, muss aber vom Individuum bewusst akzeptiert werden. Ohne umdenken und Paradigmawechsel bleibt der Mensch in der Dualität gefangen und sperrt sich gegen die Evolution des Bewusstseins. Dualität überwinden bedeutet das materielle und das geistige Paradigma als solches zu erkennen und nicht zu bekämpfen, sondern als das zu akzeptieren was es ist; eine Teilwahrheit. Materielle Verhaftung ist a priori nicht schlecht oder falsch, sondern eine Lernmöglichkeit. Ebenso verhält es sich mit geistiger Sturheit, solange sie den Betroffenen Sicherheit vermittelt, brauchen diese Menschen deren Einschränkungen. Dualität überwinden erfordert die Grosszügigkeit der Ganzheit, welche beide Pole akzeptiert, weil Ganzheit nur durch Integration von Gegensätzen oder Gegenpolen entstehen kann.

Wie kann ein Mensch die Dualität überwinden?
Da der Mensch ursprünglich ein ganzheitliches Wesen ist wäre die Überwindung der Dualität grundsätzlich einfach. Da die Menschheit sich in den letzten 200 Jahren jedoch sehr stark in die materielle Individualität entwickelt hat wurde der geistige Pol der Dualität stark verdrängt und dadurch scheint es schwierig die Ganzheit wieder zu erlangen. Der Mensch des Informationszeitalters hat seinen Intellekt stark entwickelt und kann nicht mehr unterscheiden zwischen Intellekt und Bewusstsein. Noch im 19. Jahrhundert, beim Konzil von Trient, diskutierten die christlichen Kirchenväter darüber, wie der geistige Leib des Menschen, welcher den Tod überlebt beschaffen sei. Sie kamen zum Schluss, dass dieser Leib eine exakte Kopie des gesunden leiblichen Körpers im mittleren Lebensalter sei, der weder Krankheiten noch den Alterungsprozess widerspiegle. Dieser geistige Leib, sei bewusst und gehe nach dem Tod in die geistigen Welten (zu Christus) war die Schlussfolgerung der Kirchenväter. Kirchenlehren unterschieden stets zwischen dem materiellen und geistigen Menschen. Der Apostel Paulus definierte das Paradigma seiner Zeit recht klar, indem er lehrte, dass der materielle Mensch automatisch wachse, der innere geistige Mensch jedoch nur durch bewusste Anstrengung entwickelt werde. Dieses Wissen fehlt in unserem aktuellen Weltbild. Dem Mensch wird die bewusste Denkkraft, der Intellekt und die unbewusste Denkkraft, die Psyche zugestanden. Wer an Geistiges glaubt meint die Psyche sei ein Teil der geistigen Welt. Dies ist jedoch ein fundamentaler Irrtum, denn die Psyche gehört mehrheitlich zur Materie. Erst die Parapsychologie mit der aussersinnlichen Wahrnehmung, wenn sie nicht in der Dualität gefangen bleibt kann über die Grenze schreiten. Sobald sie sich jedoch wieder in der Welt der fassbaren energetischen Formen (Astralwelt) bewegt befindet sie sich wieder in der Dualität. Ganzheit bedeutet Einheit, Harmonie, Licht, Liebe jenseits von jeglicher Wertung.



Marie Thérèse Rubin

Anm. der Redaktion:
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